Boris Mašic: Wiederbelebung eines zum Untergang geglaubten Kirchengebäudes!

2026

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29.005.2026 H.Schmidt, HOG-Kernei Guten Morgen Herr Sarac, vielen Dank für Ihre ausführlichen Erläuterungen zur Situation der serbisch-orthodoxen Kirche und der Gemeinde in Kljajicevo. Tatsächlich sind die Menschen, die einst aus Kroatien oder anderen Teilen des damaligen Jugoslawiens nach Kernei umsiedelten, Opfer eines Systems gewesen, das ihnen wenig Wahl ließ. Sie mussten ihre Heimat verlassen und sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden. Viele der heutigen Bewohner sind freundliche und liebenswerte Menschen, die täglich ihr Bestes geben, um mit den Herausforderungen ihres Lebens klarzukommen.Im Jahr 2015 wurde die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde gefragt, ob in das alte Kirchengebäude investiert werden soll. Die Bevölkerung schätzte die Kirche sehr und sprach sich für deren Erhalt und Renovierung aus. Dennoch drängte die Kirche selbst darauf, ein neues Gebäude im traditionellen Stil der serbisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft zu errichten. Daraufhin wurden die Kosten eines Neubaus mit denen einer Restaurierung gegenübergestellt. Der Gemeinderat empfahl schließlich den Bau einer neuen Kathedrale an der Kreuzung Kirchenstraße/Somborer Straße. Es ist jedoch bedauerlich, dass mit dem alten Kirchengebäude nicht immer sorgsam umgegangen wurde: Innere Bemalungen wurden beschädigt, Gegenstände gingen verloren und die Sauberkeit ließ zu wünschen übrig. Als noch unklar war, ob wirklich ein Neubau erfolgen sollte, wurden lediglich kosmetische Reparaturen am Dach vorgenommen. Eigentümer der Kirche ist inzwischen der Bischof in Subotica. Die Verwaltung übernimmt Pfarrer Hajdu Laslo aus Teletschka, die Instandhaltung leitet Herr Boris Masic. Im Gemeinderat sind Herr Milos Djikandic, zuständig für die ehemaligen Einwohner, sowie Herr Rade Chujic politisch aktiv und einflussreich. Besonders Herr Chujic genießt großen Respekt in der Gemeinde und kennt das Stimmungsbild der Menschen in Kljajicevo sehr genau. Bezüglich des Uhrwerks der Kirche, welches von der Firma Ramensee aus räfenberg/ Oberfranken stammt, hat mich der Fotograf Desimir Radanovic informiert, dass er eine Reparatur gerne durchführen würde. Leider stieß dieses Vorhaben damals auf Widerstand seitens der HOG-Leitung, da auf eine Spende der Herstellerfirma gehofft wurde – leider vergeblich. Die katholische Kirche in der Region steht aufgrund der abnehmenden Zahl der Gläubigen eher politisch schwach dar und wird von der Mehrheit wohl nur geduldet. Auffallend sind zum Beispiel viele ungarisch orientierte katholische Gläubige entlang der Straße von Kljajicevo nach Teletschka. Ich teile Ihre Meinung, dass das Umgehen des Pfarrers nicht ideal ist, denn letztlich hängt die Entscheidung über einen eventuellen Verkauf der Kirche oder des Pfarrhauses von ihm ab. Noch einmal vielen Dank für Ihre offene und ausführliche Darstellung sowie Ihre Unterstützung des Projekts „Kirchenrettung“. Gerne stehe ich Ihnen bei weiteren Fragen oder Anliegen zur Verfügung.
28.05.2026 H. Schmidt, HOG-Kenrei zunächst möchte ich mich sehr herzlich für Ihr Interesse an der Kirche in Kernei bedanken. Es gibt über 20 Schreiben an das bischöfliche Ordinariat in Subotica, verteilt über mehr als zehn Jahre, und dennoch stehe ich mit leeren Händen da. Die Geschichte des Verlusts und Verfalls dieser Kirche habe ich zusammengestellt und Sie finden sie unter folgendem Link: Warum ist nur die Kirche in Kernei/Kljajicevo in so einem desolaten Zustand? Auch zahlreiche Schreiben an den serbischen Präsidenten, mindestens drei Bürgermeister von Sombor sowie serbische Abgeordnete im Europarat haben bisher keine nachhaltige Hilfe erbracht. Bis zum Jahr 2022 konnte ich zwar von den Kerneiern aus aller Welt etwa 7500-€ sammeln, um die Kirche zu retten - doch weder der Bürgermeister von Sombor noch der Gemeinderat in Kljajicevo zeigten Interesse an einer Unterstützung. Alle Donauschwaben sind inzwischen aus Kljajicevo vertrieben und weggezogen, und wenn man sich die kirchlichen Objekte vor Ort ansieht, steht heute nur noch die Kirche selbst. Es stellt sich daher die berechtigte Frage, wer die Kirche überhaupt noch retten will? Der Pfarrer aus Teletschka ist überaus ausgelastet, jung und versorgt bereits drei bis vier Gemeinden. Die Heimatortsgemein-schaft (HOG) Kernei, die ich vertrete, besteht fast nur noch aus der Erlebnisgeneration, viele sind bereits verstorben oder zwischen 85 und 90 Jahre alt und in der ganzen Welt verstreut. Ein Hoffnungs-schimmer ist Boris Masic aus Apatin. Er hat seit drei Wochen die Erlaubnis vom Pfarrer aus Teletschka erhalten, sich um die Kirche zu kümmern. Nach den ersten Säuberungsaktionen können wir etwas hoffnungsvoller sein, insbesondere, da der Pfarrer zuvor sogar daran dachte, die Kirche samt Pfarrhaus zu verkaufen. Wir unterstützen Herrn Masic und warten nun auf Vorschläge von ihm, wie man vor allem den Kirchturm, aus dem kürzlich auch die letzte Glocke entfernt wurde, stützen beziehungsweise retten kann. Die Kirche und das Pfarrhaus könnten ein bedeutendes Zeugnis der donauschwäbischen Geschichte bleiben, wenn es Herrn Masic mit Unterstützung - auch aus Ungarn durch Fördergelder - gelingt, die Renovierung voranzutreiben. Die gesamte Kirchenausstattung wurde vorsorglich an Orte gebracht, die der Heimatorts-gemeinschaft Kernei bekannt sind. Es war notwendig, sie zu entnehmen (beispielsweise die Orgel), um dieses wertvolle Kulturgut zu bewahren und zu verhindern, dass es wie auf den Gräbern geschehen, ausgegraben und anderweitig verkauft wird. Wenn Sie sich weiterhin für unsere Arbeit interessieren, bleiben Sie gerne mit uns in Kontakt unter: www.hog-kernei.de
28.05.2026 Nikola Sarac Angebot aus Kernei zur Kirchenrettung Hallo, Mein Name Nikola bin in Neusatz an der Donau geboren im 1977, Meine Eltern haben mich verlassen, als ich ein Kind war bzw. als ich 2 Wochen alt war. Dann in Kernei bei Großeltern groß geworden, später umsiedelt nach Mannheim (BW) und Kalifornien (USA).Mir liegt Dorfkirche am Herzen und ich habe Kontakt mit Bischoff von Mannheim und Mannheim Stadt hat das Kleingeld.Ich sage auch, mir blutet das Herz dass Orgel entfernt sind von Kerneikirche und nach Kelebia gebracht...Haben Sie interesse unsere Dorfkirche wieder zu bauen, wenn Bischoff reine Arbeitskosten bezahlen kann?Habe auch gefunden nen Meister aus der Dorf der Plan gerade hat und hat das Arbeit vor 10 Jahren gestartet hat Uhr am Kirchenturm instand zu setzen.Viel Politik damals ihm war verboten das Uhr wieder zu bauen aber Heutzutage anders ist als ich habe Kontakt in Politik so weit, bis Staatsniveau. Nette Grüße und nen schönen Tag noch, Dipl-Ing. EE Nikola Sarac von Kernei.
22.05.2026

Lieber Kerneierinnen und Kerneier und Freunde,
für unsere Vorfahren war der Pfingstsonntag nach der Flucht ein freudiges Erlebnis. Von nah und fern kamen die Kerneier aus aller Welt nach Stuttgart-Münster zusammen. Nach all den Erfahrungen der Kriegsgefangenschaft, der Lagerzeit, der Flucht und den Integrationsschwierigkeiten in der neuen Heimat BRD war dieses Treffen ein besonderer Moment.

Auf Einladung von E. Ehrlich, A. Ackermann, M. Eichhorn und vielen weiteren Helfern versammelten sich bis zu 1000 Kerneierinnen und Kerneier. Welch eine Freude, die eine oder andere Familie wiederzusehen! Nach der gemeinsamen Messe in Stuttgart-Münster ging es ins Vereinsheim zum Mittagessen. Anschließend fand ein Fußballspiel der Männer gegen einen ortsansässigen Verein statt.

Nach der Festansprache vom Ehrlich Lehrer, spielte der Haarer Matthias mit seinen Musikanten auf. Durch die vielen Gespräche herrschte großer Trubel im Saal, so dass man sich fast anschreien musste, um sich verständlich zu machen. Gegen 16 Uhr wurde die Kegelbahn eröffnet. Die nachwachsenden Buben verdienten sich durch das Aufstellen der Kegel so manches Geld, das gleich in ein Eis umgesetzt wurde. Gegen 4 Uhr morgens, endete das Treffen. Die Kerneier, welche noch kein Auto hatten, gingen zu Fuß nach Hause, da keine Busse und Straßenbahnen mehr fuhren.
Wie in den alten Wirtshäusern in Kernei herrschte eine ganz besondere Atmosphäre, geprägt von lebhaftem Treiben und herzlicher Geselligkeit. Auf dem Höhepunkt der Stimmung, spielten die Musikanten den „Zweischrittigen“, eine Melodie, die tief in der ungarischen Tradition verwurzelt war und das Publikum stets in ihren Bann zog. Die Musiker erwiesen sich als wahre Könner ihres Fachs, deren Klänge durch den Raum schwebten und zum Tanzen einluden. Während die Musikanten spielten, ertönte oft der Ruf: „Az a szép! Übersetzt->.„Schön ist der, schön ist der, dessen Augen blau sind, “, ein Ausdruck voller Freude und Begeisterung. Dieses Wort wurde zu einer Art Markenzeichen für die Stimmung in den Wirtshäusern, es verband alle Anwesenden in einem Moment gemeinsamer Ekstase. Doch am meisten warteten alle sehnsüchtig auf den Satz: „Bis die Belzkap wiedich wert!“ – eine vielsagende Aufforderung, die den Höhepunkt des Abends einläutete. Gemeint war damit, dass erst weitergespielt werde, solange die Stimmung und die Musik es wert seien, bis tief in die Nacht hinein. (Anbei die Melodie) Nicht selten wurde daraufhin eine Zugabe verlangt, denn die Gäste konnten einfach nicht genug bekommen von dem mitreißenden Zweischrittigen und dem unvergleichlichen Flair der Musikanten. Diese Zugaben wurden mit noch größerer Hingabe dargeboten, wodurch sich der Zauber der alten Wirtshäuser in Kernei immer wieder aufs Neue entfaltete und unvergessliche Momente schuf. So blieben diese Abende in lebendiger Erinnerung und zeugten von einer lebendigen Kultur, die bis heute nachklingt.
Bild links: Tanz der Jugend am Schinnerloch (Fischteich in Kernei)
Zudem brachte das Treffen viele Neuigkeiten mit sich: Wer verstorben ist, wer schon ein Haus gebaut hat, wo es günstige Bauplätze gab, wer mit wem zusammengekommen und verheiratet ist usw. Dieser Tag vermittelte auch das Gefühl, sich gegen die Wirren der Zeit behauptet zu haben. Zwar musste man sich in der neuen Welt behaupten, doch halfen einem die früher gelernten Werte, die Bildung und die Religion, das Neue zu bestehen.

Seit 2022 gibt es kein organisiertes Kerneier Pfingsttreffen mehr. Herr Noller und ich hoffen, das die Tradition nicht vergessen wird. Es liegt nun in den Händen der nachfolgenden Generationen, ob sie einen Tagesausflug zu unserem Heimatdenkmal unternehmen möchten. Wenn Sie das Denkmal besuchen wollen, finden Sie es auf dem Friedhof in Bruchhausen-Ettlingen. Nach dem Besuch des Kerneier Heimatdenkmals können Sie sich in der Waldklause in Ettlingen-Bruchhausen treffen. Vielleicht treffen Sie dort auch eine Kerneierin oder einen Kerneier – das erhöht natürlich die Spannung.Bitte melden Sie die Anzahl der teilnehmenden Personen vorher an. (Egerlandweg 1, 76275 Ettlingen-Bruchhausen, Tel.: 072 43 91015).

Das Gedenken an die verstorbenen Mitglieder unserer Gemeinschaft ist ein zentraler Bestandteil unserer Erinnerungskultur. Die Heimatortsgemeinschaft (HOG) Kernei hat diesem Anliegen mit der Errichtung einer Denkmalplastik von J. Elter ein würdiges Zeichen gesetzt. Dieses Mahnmal steht stellvertretend für alle Opfer, die aus Kernei stammen und deren Leben durch Krieg, Vertreibung oder andere tragische Umstände ein Ende fanden.Die Plastik von J. Elter symbolisiert nicht nur den Verlust, sondern auch die Hoffnung und den Zusammenhalt der Überlebenden und ihrer Nachkommen. Sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Geschichte lebendig zu halten und die Geschichten der Verstorbenen weiterzutragen. Durch das Gedenken ehren wir ihre Erinnerung und fördern ein Bewusstsein für Frieden, Toleranz und Menschlichkeit.
Wir gedenken aller Opfer unserer verstorbenen Kerneierinnen und Kerneier – HOG-Kernei (Heimatdenkmal: J. Elter)“

Helmut Schmidt

 

25.4.2025

Bildergalerie der HOG-Kernei

Die Begleittexte für die einzelnen Ordner und Themen in der Bildergalerie werden derzeit überarbeitet, um sie noch informativer und ansprechender zu gestalten. Dabei fließen aktuelle Inhalte und neue Perspektiven ein, die den jeweiligen Bildersammlungen mehr Kontext und Tiefe verleihen. Zusätzlich werden die Ordner mit neuen Bildern ergänzt, die mithilfe modernster KI-Technologien erstellt wurden. Diese innovativ generierten Bilder bereichern die Galerie nicht nur visuell, sondern bieten auch eine spannende Verbindung zwischen traditioneller Fotografie und digitaler Kreativität. So entsteht eine abwechslungsreiche und zeitgemäße Präsentation, die Besucher/innen einen frischen und inspirierenden Einblick in die vielfältigen Themenwelten aus der Kerneier Zeit ermöglicht. Sie haben nach keinen persönlichen Zugang zur Bildergalerie? Hier ist der Link zum Antrag!
24.04.2026 Bosis Masic Kirchenzustand Video
14.4.2026 Die Kerneier Kirche erstrahlt zunächst innen bald wieder im neuen Glanz!

Bosis Masic berichtet: „Heute war ich mit einem Freund in der Kirche, und wir haben bereits den Hauptaltar eingerichtet. Nächste Woche kümmern wir uns um Ordnung, kehren gründlich aus und beseitigen die letzten Nutzungsspuren der serbisch-orthodoxen. Aus Apatin bringe ich schöne Altartücher mit. "Es ist wirklich eine sehr schöne Kirche!“ Dank des engagierten Einsatzes der Helfer wird die Kerneier Kirche bald wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen und als Ort der Begegnung für die Besucher donauschwäbischer Kirchenarchtektur sein. Wir freuen uns auf die kommenden Fortschritte und laden alle Interessierten ein, diesen besonderen Prozess mitzubegleiten und zu erleben, wie jetzt die unbenutze Kirchen zu einer Museumskirche wird.

 

<-Zustand 23.4.2026

09.04.2026

H. Schmidt -> Wir schreiben das 81 Jahre nach der Flucht, Internierung und Vertreibung aus Kernei!

Auf der Ostseite schauen fünf Gesichter als Gefangene aus jener Zeit der Hoffnungslosigkeit, die so viele Opfer forderte; aber ihre Gesichter blicken auch hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie stehen oder kauern stellvertretend für die mehr als 1300 menschlichen Opfer, die die Gemeinde Kernei zu beklagen hat.

 

Bild: Denkmal in Kruschiwl (Serbien)

Es ist kaum zu fassen, wie schnell die Zeit vergeht. 81 Jahre sind vergangen seit jener dunklen Periode, als viele Familien aus Kernei gewaltsam internierte und vertrieben wurden. Noch immer hallen die Erinnerungen an Angst, Verlust und Ungewissheit in den Herzen der noch lebenden Betroffenen und ihrer Nachkommen nach. Die Internierung bedeutete für die Menschen aus Kernei nicht nur den physischen Bruch mit ihrer Heimat, sondern auch einen tiefen Einschnitt in ihr Leben und ihre Identität. Häuser wurden verlassen, Hab und Gut zurückgelassen, und der Alltag wurde von Unsicherheit und Trauma geprägt. Heute, 81 Jahre später, blicken wir zurück mit Respekt und Anteilnahme für jene, die diese schweren Zeiten durchlebten. Ihre Geschichten sind Zeugnisse von Mut, Durchhaltevermögen und der Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, solche Ereignisse niemals zu vergessen – damit sich Geschichte nicht wiederholt. Leider sehen wir in anderen Regionen dieser Erde, dass sich dies heute noch täglich wiederholt! Unser Denkmal in Bruchhausen Ettlingen mahnt uns in Symbolen was die Kerneier/innen Erlebnisgeneration hat zurücklassen müssen. Gleichzeitig mahnt es uns Kerneier/innen, an diese Erinnerung das Erlebte, die Werte von Menschlichkeit und Toleranz hochzuhalten Möge das Gedenken an die Vergangenheit uns Kraft geben für eine bessere Zukunft. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert unser Denkmal zu besuchen um Mut und Kraft auf zu tanken.

09.04.2026 H.Schmidt-> Zukünftige Nutzung der Kirche und des ehemaligen Pfarrhauses in KerneiKljajicevo

Der Pfarrer László Hajdú hat nun Boris Masic den Schlüssel für die Kirche in Kernei übergeben. Wer zukünftig die Kirche besuchen möchte, muss langfristig einen Termin mit Boris Masic vereinbaren, damit er den Kircheninnenraum besichtigen kann. Herr Masic ist über seine Mobilnummer (00381 63 114 0900), WhatsApp oder per E-Mail (boris.masic123@gmail.com) erreichbar. Es wird darum gebeten, den Termin mindestens eine Woche vor Reiseantritt zu vereinbaren. Mit der Schlüsselübergabe übergibt der Pfarrer die weitere Versorgung der Kirche an Boris Masic. Ein vertragliches Abkommen mit dem Bischöflichen Ordinariat Subotica steht allerdings noch aus. Offen ist derzeit auch die Zukunft des Pfarrhauses. Hinsichtlich der Schule hat Boris Masic erklärt, dass das Interesse an einer weiteren Nutzung durch das lange Hin und Her verloren gegangen sei. Die Schulleitung plane inzwischen eigenständig neue Unterrichtsräume, sodass davon auszugehen ist, dass das Schulhaus samt dem dazugehörigen Wirtschaftsteil – dem ehemaligen Bauernhof – verkauft werden wird. Diese Entwicklungen zeigen, dass sich in Kernei die Verwaltung und Nutzung von Kirche und Schule verändern. Während die Kirche unter der Verantwortung von Boris Masic angedacht ist, ist die bauliche Existenz des Pfarrhaus durch einen möglichen Verkauf offen. Wie sich die Situation weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.

02.04.2026

Aus der Erinnerung an die Kerneier Zeit "Brauchtum am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag – Kurzdarstellung"

Am Gründonnerstag nach dem Frühgottesdienst „flogen die Glocken nach Rom“, so erzählte man den Kindern. Beim letzten Läuten sollten die Kinder Bäume schütteln oder sich das Gesicht waschen, um Sommersprossen zu verlieren. Zudem war es üblich, etwas Grünes zu essen. Seitdem verstummten die Glocken und wurden durch eine große Ratsche im Kirchturm und viele kleine Ratschen ersetzt. Regelmäßig wurden in den Gassen „Rätscher“ – meist Ministranten – eingesetzt, die zur bestimmten Zeiten mit singender Stimme Gebote und Hinweise ausriefen. Zur Mittagszeit am Gründonnerstag begann das Ratschen, begleitet von den „Rätsehern“, die lautstark riefen: „Das rätscht, das rätscht zwölf Uhr!“ Abends und früh morgens setzten sie mit geistlichen Aufforderungen zum Gebet ein, etwa mit „Kniet nieder und betet fünf Vaterunser!“ oder „Ave Maria!“. Vor Beginn der Gottesdienste wurde mehrmals zum Kirchgang aufgerufen, was alle 200 bis 300 Meter geschah.
Am Karfreitag war ein strenger Fasttag, an dem nur selbstgebackene Brezen gegessen wurden. Gläubige besuchten das heilige Grab, dass von den den Grabwächtern bewacht und im Raum dahinter installiert war. In der Kirche, legten Geldspenden ab und nahmen an der Prozession zum Kalvarienberg teil.
Am Karsamstagnachmittag fand die feierliche Auferstehungs-prozession statt, die jährlich unterschiedliche Straßen durchquerte. Nach der Feier endete die Fastenzeit. Die Kinder bereiteten gegen Abend die Osternester vor.
Am Karsamstag zogen die Ratscher ein letztes Mal durchs Dorf, sammelten Eier und Geld für ihre Arbeit und teilten die Gaben untereinander auf.
Am Ostersonntag holten die Kinder unter 12 Jahren nach dem Mittagessen traditionell ihr „Binkl mit Oschtrsach“ ab – ein besticktes Tuch, gefüllt mit Nüssen, Äpfeln, Backpflaumen, Ostereiern und anderen Leckereien. Buben erhielten dazu Lebzelterhasen, Mädchen Lebzelterpuppen oder zum letzten Mal auch große Lebkuchenherzen mit Spiegeln. Der Brauch des Wasserspritzens am Ostermontag aus Ungarn war hier kaum verbreitet. Am Nachmittag fuhren die Bauern mit ihren Familien „auf Emaus“ aufs Feld, um die junge Saat zu besichtigen.
Diese Bräuche zeigen die reichhaltige Verbundenheit mit kirchlichen Festen und bäuerlichem Leben in der Osterzeit. Ich wünsche allen ein frohes und gesegnetes Osterfest! Möge diese Zeit voller Freude, bunter Eier und sonniger Momente sein. Genießt die Ostertage im Kreise Eurer Liebsten, lasst Euch von der Frühlingssonne wärmen und startet mit neuer Energie in die kommenden Wochen. Frohe Ostern und eine wunderbare Frühlingszeit!

Das heilige Grab (KI Repro)

23.3.2026

Buchempfehlung: „Die Michl – Ein Leben in der Batschka“

Herausgeber: Verein Donauschwäbisches Kulturzentrum Salzburg,
Friedensstraße 14, 5020 Salzburg, Österreich
ISBN 978-3-200-06201-6

„Die Michl“ ist ein berührendes und authentisches Zeitzeugnis, das das Leben eines donauschwäbischen Tagelöhners aus der Batschka erzählt. Verfasst von Johann März, entführt uns das Buch in das Dorf Sentiwan, etwa Luftlinie 30 Kilometer von Kernei entfernt, wo die Geschichte ihren Ausgang nimmt. Im Mittelpunkt steht Michl, dessen Lebensweg stellvertretend für viele junge Männer jener Zeit steht. Die Erzählung schildert nicht nur seinen harten Alltag und die Herausforderungen als Tagelöhner, sondern webt auch die politischen Geschehnisse ein, die das Leben in der Batschka maßgeblich beeinflussten. So bekommt der Leser einen tiefen Einblick in die historischen Umbrüche und deren Auswirkungen auf die einfache Bevölkerung. Johann März gelingt es eindrucksvoll, persönliche Schicksale mit der großen Geschichte zu verbinden und dabei eine Atmosphäre zu schaffen, die sowohl lebendig als auch nachdenklich stimmt. Für alle, die Interesse an der Geschichte der Donauschwaben, dem bäuerlichen Leben und den gesellschaftlichen Veränderungen im 20. Jahrhundert haben, ist „Die Michl“ eine absolute Leseempfehlung. Ein Buch, das Geschichte greifbar und menschlich macht.

"Gehscht in dr Welt wu immer hin Gehscht dart, wu bal ke Leit mer sin, findscht noch e paar, e Stuckr drei, Ich wett, e Schwob is aa dabei."

21.03.2026 Anfrage H.Schmidt -> Germeirat Kljajicevo, Milos Dikandic -> Boris Masic

Gerade habe ich mit dem Gemeinderat Milos Dikandicaus Kljajicevo über das offene Grab auf dem Friedhof und Pfarrhaus und Kirche gechattet.

  1. Offenes Grab: Er schrieb: /.... nachdem ich das Problem an das zuständige Unternehmen weitergeleitet hatte, welches für die Behebung verantwortlich ist, wurde mir mitgeteilt, dass dies sehr zeitnah erledigt wird. Seitdem hatte ich keinen weiteren Kontakt, da ich davon ausgegangen bin, dass das Problem bereits gelöst wurde.
    Ich werde dies jedoch am Montag noch einmal überprüfen. .../ -> Borsis Masic hat bestätig, das das Grab verschlossen ist!
  2. Pfarrhaus und Kirche Er schrieb: /... ich hoffe, dass Herr Mašic und Herr Laslo eine passende Lösung finden werden. Wir als lokale Gemeinschaft stehen selbstverständlich bereit, um Unterstützung zu leisten. ,,,/ Das hört sich ja gut an!
19.03.2026 Sterbefall - Josef Elter Famliennummer: 703 Josef Elter geb. am: 27-05-01960 Bruchhausen, gest: Baden-Baden am 23.02.2026 ->aus Kernei, Vater war Elter Philipp, Großvater aus Kernei war Elter Josef, Mittelgasse 54
16.03.2026 Sterbefall - Elisabeth Scherich Famliennummer: 1505 Elisabeth Scherich, geb.Schneider am: 11. 12. 1932 Kernei, Zwerchenreiche 51, gest.: Waibstadt am 01.11.2025

16..03.2026

Auszeichnung für die liebe Familie Rottinger: Idee des Jahres 2026! Gestalterisch sehr ansprechdes Reisegeschenk nach Kernei an den Vater.
9.03.2026

Boris Masic Meldung: Unsicherheit bezüglich der kleinen Glocke aus der Kirche in Kernei!

Heute wurde die Tür unserer Kirche durch den starken Wind aufgedrückt, und ich habe bemerkt, dass die kleine Glocke dort zurückgeblieben ist. Die Situation bereitet mir Sorgen, da ich fürchte, dass sie jemand entwenden könnte. In Anbetracht dessen habe ich überlegt, die Glocke ins Museum nach Apatin zu bringen, um sie dort sicher aufzubewahren. Ich denke nicht daran, vorher um Erlaubnis zu fragen; mein Hauptanliegen ist es, das wertvolle Stück zu schützen.

H. Sch. Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass Pfarrer Szabolcs Tomaskovity, nach der Entnahme der großen Glocke, folgende Information getätigt hat: „... während wir die kleinste Glocke dem Pfarrer László Hajdú übergeben haben, der sie auf dem Friedhof von Telecka aufstellen möchte.....“ Ich bin mir nun nicht sicher, ob die kleine Glocke nun Teil des Handels war oder deren Übergabe schlichtweg vergessen wurde?

03.03.2026
Bettina Schröck->Einladung zur Eröffnungsfeier der Sonderausstellung „Ungehört – die Geschichte der Frauen“ am 12. März 2026, 17 Uhr im Haus der Donauschwaben, 71065 Sindelfingen, Goldmühlestraße 30. Die Ausstellung widmet sich der bislang wenig sichtbaren Geschichte der Frauen im Kontext von Flucht, Vertreibung, Migration und kulturellem Wandel.
26.02.2026 Pfarrer aus Teletschka Hajdu Laslo
ich habe verstanden, wie wichtig Ihnen die Renovierung dieser Kirche ist. Derzeit haben wir in Teletschka mit der Sanierung der Kirchenfassade begonnen, anschließend werden ähnliche Arbeiten auch in Sivac und Conoplja durchgeführt. Sie sehen, wie viele Projekte und wie viele Gemeinden ich gleichzeitig betreue. Ich nehme die Kirche in Kernei ebenfalls in diese Reihe auf.
Als ersten Schritt werde ich ein Angebot einholen und gemeinsam mit Ingenieuren den baulichen Zustand der Kirche begutachten.
Was die Besichtigung der Kirche betrifft: Herr Boris Masic verfügt über meine Telefonnummer, sodass die Besucher über ihn mit mir Kontakt aufnehmen können. (Mobil: 00381 63 114 0900/ EMail:boris.masic123@gmail.com -> Dies bitte vor Reiseantritt erledigen)
Mit dem "Verein der Donauschwaben" meinte ich die von Herrn Boris Masic geleitete Organisation.
26.02.2026 Pfarrer aus Teletschka Hajdu Laslo

..../Ich habe persönlich mit Herrn Boris Masic gesprochen. Seinen Angaben zufolge äußert sich die Diözese Subotica zu dieser Angelegenheit bislang nicht klar. Auch ich habe die Frage mehrfach vorgebracht, erhielt jedoch die Antwort, dass ich keine Stellung nehmen solle und die Sache der Diözese überlassen müsse. Deshalb halte ich es im Moment nicht für sinnvoll, weiter nachzufragen.
Gleichzeitig möchte ich betonen, dass der Verein der Donauschwaben (? ungeklärt) bereit wäre, das Eigentum an der Kirche zu übernehmen. Meiner Meinung nach sollte die katholische Kirche diese Initiative nicht behindern, da sie eine Möglichkeit bietet, das Gotteshaus und damit ein wichtiges Kulturerbe zu bewahren. Leider bin ich kein Mitglied des Beratergremiums des Bischofs und habe daher keine Entscheidungsbefugnis, doch ich werde alles daransetzen, die Angelegenheit zu unterstützen.
Der bauliche Zustand der Kirche ist leider sehr schlecht. Die Schlüssel befinden sich bei mir, aber es wäre nicht ratsam, größere Gruppen hineinzulassen, da die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Einzelne Besuche sind noch möglich, doch für größere Veranstaltungen besteht ein erhebliches Risiko.
Bitte teilen Sie mir weiterhin die Vorstellungen der HOG Kernei mit. Ich versichere Ihnen, dass wir vor Ort alle Möglichkeiten prüfen werden, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen.
25.02.2026 Boris Masic
Vielen lieben Dank. Es ist eine grossartige Untersuetzung. Herr Hajdu hat mich gleich angerufen und gesagt das er sich wieder bei dem Bischof einsetzt. Wir werden sehen jetzt ob sich etwas bewegt. Die Direktorin Branka hat schon aufgegeben und hat mit der Renowierung und Umbau der Schule begonnen aber die Arbeiten werden erst in Sommerferien stattfinden. Die Schule hat wenig Räumlichkeiten und muss umgebaut sein. Wenn der Bischof doch etwas antwortet können wir diese Mittel doch in das Pfarrhaus inwestieren und nicht in die Schulvergrösserung. Wir werden jetzt sehen was pasiert. Vielen Dank Helmut für deine Interwention.
24.02.2026 H.Schmidt -> Pfarrer Hajdu Laslo
.../es ist wieder viel Zeit vergangen und mich bzw. die Kerneier interessiert, wie nun die Entwicklung mit dem Kirchengebäude bzw. Pfarrhaus plus dazugehörigem (zerfallenen Bauernhof) weiter gegangen ist.
Boris Masic hat mir berichtet, dass Sie ihn in dieser Angelegenheit zum Bischof nach Subotica weitergeleitet haben. Dort soll ihm der Bischof geraten haben, 1 Million € für die Kirche zu sammeln, dann könnte man weiter über das Gelände sprechen. Da diese mich diese Information verwunderte, frage ich mich, warum man nicht die Kooperation mit der Schule in Kljajicevo, die sich um das Pfarrhaus bemühen möchte und Boris Masic, der sich um die Kirche bemühen möchte sucht. Boris Masic bemüht sich sehr und hat schon mit ungarischen Kirchenrenovierern Vorgespräche geführt. Wenn von bischöflicher Seite ein Kontrakt abgeschlossen wird, könnte ich mir vorstellen, dass auch die HOG einen größeren Betrag beitragen würde. Da Sie mein Vertrauen besitzen, würde ich Sie als Treuhänder einsetzen, um die ganze Angelegenheit finanziell zu steuern, damit Sie die durch die Renovierung anfallenden Materialkosten bezahlen könnten. Die HOG Kernei will - so wirklichkeitsfremd es sich für Sie anhören muss - diesen Ort der Kirche so lange wie möglich erhalten, damit die Angehörigen der Vertriebenen der früheren Einwohner, wenn sie an den Ort ihrer Vorfahren reisen wollen, einen Pilgerort (neben Doroszló) haben. In dem Kirchengebäude können Sie dann im Gebet mit Gott und Ihren Vorfahren vereint an ihre Wurzeln aus der Kerneier Zeit gedenken. Wäre dies nicht möglich, so wäre das wichtigste kulturgeschichtliche donauschwäbische kirchliche Erinnerungsstück verloren. Ich glaube, dann käme kaum noch jemand auf die Idee, nach Kernei/Kljajicevo zu fahren. Lassen Sie uns Ihre Interessen und unsere Wünsche gemeinsam überlegen und zusammentragen. Da dieses Jahr wieder die Anfragen an mich gestellt werden, ob man die Kirche besichtigen kann, wollte ich Sie höflichst fragen, ob die alte Regelung mit Herrn Pfarrer Arpard noch Bestand hat. Ist die Kirche schon so baufällig, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugänglich ist? Dies sollte ich dringend wissen, damit ich die häufig gestellte Frage richtig beantworten kann.
23.02.2026

Boris Masic

Wir haben 2 Jahre gewartet und gehofft, dass die Kirche antwortet. Am Ende bin ich zum Pfarrer nach Tschonoplja gegangen. Er hat mich wieder an die bischofliche Kanzlei weitergeleitet. Dort haben wir eine Antwort bekommen das wir 1 Milion € für die Kirchenrenovierung sammeln sollen und das wir uns dann melden sollen. Das Pfarrhaus wird verkauft werden. Ich wollte weiter mit dem Interesse der Schule versuchen aber die Direktorin hat gesagt , dass wir uns nicht weiter erniedrigen lassen. Die Glocken haben sie nach Dusnok Ungarn fur 6000 € verkauft. Ilegal über die Grenze gebracht. (Bild: Große Glocke in Baja) Ich bin sehr enttäuscht. Ich fühle mich wie der letzte Nagel im Sarg der Donauschwaben!
16.02.2026

Einst in Kernei: Die Faschingszeit /H. Schmidt

In der Gemeinde Kernei wurde der Brauch des Faschings mit großer Freude und Hingabe gepflegt. Vom Sonntag nach dem Fest der Heiligen Drei Könige bis zum Faschingsdienstag durften die Menschen abends tanzen, und das Tanzvergnügen hielt zahlreiche Familien zusammen. Die Faschingszeit war nicht nur eine Zeit des Feierns, sondern auch der Verbindungen, denn viele Hochzeiten fanden in dieser festlichen Periode statt, wobei der Dienstag der beliebteste Hochzeitstag war, gefolgt vom Donnerstag.Das ganze Jahr über wurde in den einladenden Gasthäusern der Ort getanzt, es gab jedoch Zeiten, in denen die örtlichen Musik-kapellen nicht ausreichten, um den Ansturm der tanzfreudigen Menschen zu bewältigen. In solchen Momenten mussten zusätzliche Kapellen aus anderen Orten gebeten werden, um die fröhliche Stimmung aufrecht-zuerhalten. In früheren Tagen war es traditionell üblich, sich zu maskieren und zu verkleiden, doch in den letzten Jahren geschah dies nur noch vereinzelt.Fasching hatte für Groß und Klein einen besonderen Stellen-wert. Es waren drei Tage voller Tanz, an denen sogar die Kinder in einem ausgeräumten Zimmer zur Harmonika-Musik tanzen durften. Hier hatten die zukünftigen Harmonikaspieler die Möglichkeit, die Lieder der Erwachsenen nachzu-spielen und gleichzeitig für ihre Zukunft zu üben. Mit strahlenden Augen und voller Enthusiasmus tanzten die Kinder im Kreis oder zu zweit, fröhlich und unbeschwert. Dieser Tanz trug den passenden Namen "Dudasch", dessen Ursprung in der ungarisch-slawischen Sprache lag. Der Name, oft verwendet von den Donauschwaben, bedeutete so viel wie "Dudelsackspieler" oder "Pfeifer".Der bunt geschmückte Raum verwandelte sich in einen Schauplatz von Freude und Zusammenhalt. In der Mitte bildeten die Kinder Hand in Hand einen großen Kreis, während ihre Faschingskostüme hervor stachen. Sobald die Musik begann, bewegten sie sich gemeinsam - erst langsam, dann immer schwungvoller. Ihre Hüte wippten, Tierohren wackelten und Umhänge flatterten hinter ihnen her. Immer wieder lösten sich einige aus dem Kreis, drehten sich lachend um die eigene Achse und hüpften dann schnell wieder zurück. Das Lachen und die fröhlichen Rufe hallten durch den Raum, untermalt vom rhythmischen Stampfen kleiner Füße auf dem Boden. Papier-schnipsel schwebten durch die Luft, und die Harmonika-Spieler heizten die Stimmung mit ihrer Musik weiter an.Während des geselligen Treibens wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. In der Faschingszeit gab es oft herzhafte Paprika-Kartoffelsuppe, Schmalzküchle und Spritzgrapfen mit Sahne als Leckereien. Als es schließlich Zeit war, nach Hause zu gehen, war der Abend noch lange nicht zu Ende. Fröhlich zogen die Kinder, begleitet von ihren älteren Geschwistern oder Nachbarkindern, durch die Gassen von Kernei, um ihre Erlebnisse zu Hause zu erzählen. So lebte der Faschingsbrauch bei den Kernei Einwohner in Ihren Familien zum Teil bis heute weiter, ein Zeichen des Miteinanders, der Freude und des freiheitlichen Geistes, der die Gemeinde über Generationen hinweg verband.
2.1.2026 Elisabeth Zweifel
Es war Neujahr, ein Tag voller Freude und Neuanfang. Die Kinder hatten sich festlich gekleidet, mit funkelnden Augen und einem Lächeln auf den Lippen. Sie waren aufgeregt, die Verwandten zu besuchen und ihnen alles Gute für das neue Jahr zu wünschen. Bei jedem Haus, das sie besuchten, hörte man bei Öl oder Kerzenlicht, die fröhlichen Stimmen der Kinder, die voller Enthusiasmus ihre Neujahrswünsche vortrugen. "Ich winsch Eich a glickliches Neues Jahr, langes Lewe, Fried- un Ohnlich keit un die ewich Glickseelichkeit. Was winscht mr am Herr? Zwa schwarzi Rappe, daß 'r fahre kann iwrs ganzi Land. Was winscht mr dr Frau? A schneeweißi Haub, daß sie steht wie a Turtlstaub. Was winscht mr am Knecht? A Plug in die Hand, daß r ackrt iwrs ganzi Land. Was winscht mr am Mensch? A Bese in die Hand, daß Sie kehrt iwrs ganzi Land. Un jetz winsch ich Eich noch a viereckichr Tisch, an jedem Eck a gebackener Fisch, in dr iMitte a Flasch Wei', do kennt'r alli dabei luschtich sei. Alles in allem winscha mir Eich der Bode voll Korn, a Stall voll Viecher und a Keller voll Wei und damit könnt ihr lustig sein. " Als Dank für die herzlichen Wünsche erhielten die Kinder das Wünschgeld - kleine Geldbeträge, die sie stolz in ihren Händen hielten.
1.1.2026

Helmut Schmidt

Liebe Kerneierinnen und Kerneier auf der ganzen Welt, mit dem Symbol unserer traditionellen Neujahrsbrezel möchte ich Euch allen ein glückliches, gesundes und frohes Jahr 2026 wünschen! Die Neujahrsbrezel steht nicht nur für Genuss und Tradition, sondern auch für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Möge das neue Jahr Euch Freude bringen, voller schöner Momente und glücklicher Begegnungen. Lassen wir die Herausforderungen des vergangenen Jahres hinter uns und blicken optimistisch in die Zukunft.In diesem Sinne: Lasst uns gemeinsam feiern, lachen und die guten Dinge im Leben schätzen. Auf ein fantastisches Jahr 2026!
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